Warum ich tue, was ich tue – Meine Geschichte

Wenn ich heute Menschen auf ihrem Weg begleite liegt das nicht daran, dass mein Leben vorbildlich war. Im Gegenteil. Alles was ich heute lehre sind Dinge, die mir selbst geholfen hätten, als es noch meine Normalität war, mich verloren, einsam und fremd in dieser Welt zu fühlen. Ich wusste damals nicht, dass es einen Weg in die Erfüllung gibt. Heute begleite ich andere Menschen raus aus alten ungesunden Mustern, rein in ein Leben im Einklang mit ihrem Kern – und ihrem Körper.
Energieheilung München

Instabilität – die Konstante in meinem Leben

Ich wurde als Tochter zweier junger Künstler – einer Tänzerin und einem Musiker – in Berlin geboren. Später wuchs ich mit meiner alleinerziehenden Mutter und Halbschwester in München auf.

Meine Kindheit und Jugend waren turbulent und geprägt von viel Streit und Drama. Die Beziehungen zu meinen wichtigsten Bezugspersonen waren emotional instabil. Wir zogen oft um und hatten finanzielle Not. Schon mit 16 lebte ich alleine, verdiente mein eigenes Geld und trug alle Verantwortungen auf meinen Schultern.

Die Muster aus diesen Umständen nahm ich mit in mein erwachsenes Leben: Mein Nervensystem war dauerhaft angespannt. Ich lebte mit innerer Unruhe, zog häufig um und suchte ständig nach Veränderung. Immer wieder landete ich in Beziehungen, die sich altvertraut unsicher anfühlten. Depressive Verstimmungen und Panikatacken waren für mich normal und ich nahm sie hin.

Oft wurde mir von anderen gesagt: „ist es nicht anstrengend, so zu leben?“. Das war es, aber ich kannte es nicht anders.

Ich war schon immer sehr feinfühlig und nahm Stimmungen und Energien intensiv wahr. Doch statt diese Sensibilität als Stärke zu erleben, war sie eine ständige Überforderung. In meinen Zwanzigern versuchte ich, das innere Chaos zu betäuben, mit Partys, Alkohol und einem Lebensstil, der meinen Körper immer weiter erschöpfte.

Brasilien war der Anfang einer 10 Jahre andauernden Heilungs-Reise

Mit 21 zog ich nach Berlin, um Soziologie zu studieren. Mit 26 Jahren führte mich ein Studienaufenthalt nach Brasilien. Zum ersten Mal war ich an einem Ort, an dem mich niemand kannte. Niemand kannte meine Familiengeschichte, meine finanziellen Sorgen oder die Rolle des „Problem-Kindes“, das ich so lange für alle in meinem Umfeld hatte.

An einem abgelegenen brasilianischen Strand machte ich während einer Temazcal-Zeremonie eine tiefe spirituelle Erfahrung, die mich mit einer frühen Wunde aus meiner Kindheit in Kontakt brachte. Danach erlebte ich einen Moment der absoluten Verbundenheit mit der Natur und allem, was war. Der Moment erinnerte mich an meinen wahren Kern – und daran, wie wenig mein Leben diesem Kern entsprach. Ein Wendepunkt. Ich hatte mich entschieden: Ich muss mein Leben ändern, egal was es kostet.

Ich begann zu meditieren und beschäftigte mich mit spirituellen und alternativen Heilungswegen.

Das alte Leben passte plötzlich nicht mehr zu mir

Zurück in Deutschland merkte ich schnell, dass ich mich mehr verändert hatte als es mir und meinen Freunden lieb gewesen wäre. Die Welt, in die ich zurückkehrte, fühlte sich nicht mehr stimmig an. Viele langjährige Freundschaften endeten. Ich zog nach Portugal – in der Hoffnung, dort neu anfangen zu können. Doch manchmal reicht es nicht, den Ort zu wechseln. Umzuziehen war immernoch mein altes Muster.

Das, was Heilung brauchte, reiste mit.

Nach zwei Jahren Portugal brach mein System schließlich zusammen und ich wurde noch einer Covid-Infektion chronisch krank. Ich war allein nicht mehr überlebensfähig und musste zurück nach München zu meinem Vater. Über ein Jahr war ich größtenteils an mein Bett und die abgedunkelte Wohnung gebunden. Rückblickend bin ich in diesem Jahr gestorben und wieder auferstanden. Nichts ist seitdem wie davor.

Mein Körper wurde in der schlimmsten gesundheitlichen Krise zum liebevollen Lehrer und besten Freund

Die Botschaft war für mich klar: Es ist Zeit, hinzufühlen. So lange hatte ich alles getan, um meinen Körper nicht zu spüren. Jetzt hatte ich keine andere Wahl mehr. Ich lernte in Babyschritten, meinen Körper wahrzunehmen, anstatt ihn ständig zu übergehen.

Langsam entwickelte ich eine innige Beziehung zu meinem Körper. Ich verstand, dass es einen wichtigen Grund gab, warum er nicht mehr funktionierte. Es war tatsächlich ein Segen – auch wenn es sich wie der schlimmste Alptraum anfühlte.

Über den Körper begegnete ich meinen Verletzungen, Ängsten und den Anteilen, die sich nur sicher fühlten, wenn ich es allen recht machte.

Ich setzte mich mit der Psychologie der Traumaarbeit und vielen Methoden der Nervensystem-Regulation auseinander.

Bei allem was ich ausprobierte, war es die bedingungslose Akzeptanz meiner Situation, die mein System am besten entspannte. Die Annahme, dass ich nicht wusste, ob ich jemals wieder ein normales Leben führen würde. Das Loslassen von allem, was ich war. Und der tiefe Frieden damit.

Ich entdeckte somatischen Körperarbeit – für mich das effektivste Tool für Nervensystem-Regulation. Und bald stieg auch mein Interesse an energetischem Arbeiten mit meinem Körper. Als mein gesundheitlicher Zustand sich langsam besserte, besuchte ich verschiedene Seminare und Fortbildungen für Energiearbeit und Embodiment. Bis heute begleiten mich all diese Tools durch jeden einzelnen Tag.

Wenn ich sage, „ich bin heute glücklicher als jemals zuvor“ ist das eine Untertreibung. Mein Leben hat eigentlich erst jetzt begonnen. Früher war ich nie richtig anwesend, immer im Widerstand und in inneren Konflikten verstrickt. Jetzt lebe ich. Mit allen Höhen und Tiefen, die das Leben mit sich bringt. Ich wertschätze alles daran.